The End

…und dann, nach 26 Stunden Flug, bin ich um 05:09 Uhr Ortszeit in Frankfurt gelandet. Dort, wo die ganze Reise etwa vor einem halben Jahr auch angefangen hatte. Ich habe die letzten Meter alleine noch genossen bevor mich meine Familie hinter der Gepäckausgabe empfangen hat. Auf der einen Seite habe ich mich natürlich gefreut, aber eigentlich hätte ich mich am liebsten in den nächsten Flieger gesetzt und wäre wieder runtergeflogen.

Neuseeland ist ein Abenteuer. Es war mein Abenteuer. Ich habe so viele Erfahrungen gesammelt, so viel erlebt, gesehen und gemacht, dass man das schwer in einem Fazit nochmal zusammenfassen kann. Es ist ein anderes Leben, das man da führt. Ohne Verpflichtungen, ohne Druck, ohne Stress. Ich kann sagen, dass das bisher wohl das beste halbe Jahr in meinem Leben war und ich meine Entscheidung nicht sofort mit dem Studium anzufangen und erst ans andere Ende der Welt zu fliegen nicht eine Sekunde bereue!

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In diesem Sinne, das war’s dann jetzt auch hier mit meinem Blog. Ich hoffe euch hat es gefallen & vielleicht füge ich nach und nach noch das eine odere andere Bild von meiner Reise ein 😉

Liebe Grüße 🙂
Muriel

Die letzten Tage auf der Nordinsel

Soo, Nordinsel here we go!

Das Procedere zum Übersetzen auf die jeweils andere Insel ist ähnlich dem beim Fliegen. Man checkt ein, gibt sein Gepäckstück auf und wartet in der Halle vor dem Anleger aufs Boarding. Dementsprechend ähnlich verläuft auch das Aussteigen bzw. der „Empfang“ in der Ankuftshalle. Zum Teil steht die Verwandtschaft dort und freut sich riesig über die Ankunf der Familienangehörigen vom anderen Teil Neuseelands. Das zu sehen war ein richtig komischer Moment, weil mir in da bewusst wurde, dass es nicht mehr lange ist bis auch ich wieder von meiner Familie empfangen werde, dabei wollte ich doch noch gar nicht gehen.

 

Ich bin dann mit dem Bus hochgefahren nach Napier an die Hawke’s Bay (Ostküste). Auch wieder eine super schöne Stadt und hat mich bisschen an den Mount erinnert. Hier hätte ich es mir auch vorstellen können zu leben 😉

Meine zwei absoluten Lieblingsläden in Neuseeland sind ja Cotton on und Kathmandu, ich weiß nicht, ob ich das schonmal erwähnt hab. Also Cotton on ist ähnlich wie H&M und Kathmandu wie vielleicht Bench hier in Deutschland. Ich hätte am liebsten den halben Laden in Napier leergekauft, aber ich dachte immer an mein Gepäck und das 23kg-Limit, das ich beim Hinflug schon beinahe erreicht hatte. Mh :/ Naja, beide Läden hats auch noch am Mount hab ich gedacht und so habe ich erst einmal nichts gekauft.

 

Nach dem Wochenende in Napier habe ich einmal die Nordinsel durchquert sozusagen und bin nach New Plymouth zum Mt Taranaki/Egmont (Westküste) gefahren. Logistisch bisschen ungeschickt geplant, weil ich dazu erst nochmal halb nach Wellington runter musste, um dann von dort wieder rüber zu fahren (mit Straßen und Infrastruktur ists nicht ganz so hier…). Ich saß dann also in meinem Bus Richtung New Plymouth, hatte schon ca. 7 Stunden Fahrt hinter mir und noch etwa 3 vor mir. Plötzlich fängt der Bus an zu piepsen und bleibt 100m weiter liegen. Natürlich mitten in der Pampa, ohne Handyempfang oder sonstige Anzeichen von Zivilisation. Joa, blöd. Der Busfahrer meinte dann er bekommt das schon wieder hin, aber dem war leider nicht so. Nach etwa einer halben Stunde hat er aufgegeben und es hat sich tatsächlich noch eine Passagierin gefunden, die Handyempfang hatte. Ich fand das ja erstmal alles nur lustig! Aber wirklich lustig, nicht so n „verzweifelt lustig“ sondern ich fands herrlich, dass wir da mit unserem Bus auf der Überholspur stehen irgendwo im nirgendwo und keiner wusste wies jetzt eigentlich weiter geht. Ich hatte mir auch angewöhnt meine Hostels nicht mehr vorauszubuchen, ich war also drauf angewiesen, dass wir zu ner humanen Uhrzeit noch in New Plymouth ankommen würden. Genau so noch jemand anderes. Ein paar Reihen hinter mir saß eine Maori-Frau, die den ganzen Bus wissen ließ, dass sie heute noch nach Auckland (gesprochen [Oooklan]) muss. Der Busfahrer hat dann bei nakedbus angerufen, die einen neuen Bus schicken wollten. Dauert ca. 2-3 Stunden. Jo! 😀
Dann kam erstmal die Polizei, um uns abzusichern. Allerdings hatten sie keine Pylonen dabei, dafür wurde dann eine Kehrmaschine angefunkt, die wohl gerade in der Nähe war. Bis dahin war vielleicht ne Stunde vergangen. Weil das wohl mittlerweile nicht mehr so sicher war, dass der Ersatzbus auch kommt (typisch Neuseeland!), wurde ein Mechaniker angefordert. Die Maori-Frau hatte dann übrigens auch dem Polizisten mitgeteilt, dass sie heute unbedingt noch nach Oooklan muss, ist dann aber wieder in den Bus rein, weils ihr draußen wohl zu warm war.
Joa, dann standen wir da also und nach ner weiteren Stunde ca. kam dann auch der Mechaniker. In der Zwischenzeit hat der eine oder andere Fahrgast mit dem Polizisten ein Schwätzchen gehalten, unter anderem was er denn jetzt machen würde, wenn er ihm sagen würde, dass er zuhause Drogen anbaut oder damit dealt. Wat? 😀 Ab und zu rief es aus dem Bus heraus, dass man heute unbedingt noch nach Oooklan müsse! Jaa, man kanns nie zu oft sagen.
Ich saß völlig entspannt im Gras, wusste zwar noch nicht wo ich in paar Stunden schlafen werd oder wie viele Stunden ich hier noch sitzen würd, aber man wird so viel entspannter, wenn man so ne Reise hinter sich hat. In Deutschland wär ich total nervös geworden, hätte mir Sorgen gemacht und das wahrscheinlich alles andere als lustig gefunden, aber da dacht ich einfach mal schauen was jetzt.

unser liegengebliebener Bus

Unser liegengebliebener Bus

Der Mechaniker kam dann nach weiteren anderthalb Stunden ca., hat sich das ganze angeschaut, wohl n paar Kabel raus und reingezogen und dann hats wieder funktioniert. Natürlich wurd auch ihm zuerst von der Maori-Frau mitgeteilt, dass sie heute uuunbedingt noch nach Oooklan muss! Ich fands einfach nur göttlich 😀

Ich bin aber total froh, dass der Bus liegen geblieben ist, denn so habe ich Katja kennenglernt, eine Backpackerin aus Deutschland. Mit ihr war ich dann erstmal zusammen in New Plymouth. Ja, wir sind schließlich doch noch angekommen, zwar viiiel später als gedacht aber immerhin.

 

In New Plymouth haben wir außerdem einen weiteren Deutschen getroffen, der auch ein Auto hatte. So haben wir am nächsten Tag beschlossen zusammen zum Mount Taranaki zu fahren und dort etwas herumzulaufen. Eine Wanderung geht noch mit meinem Fuß, habe ich mir gedacht. Leider wars dann aber so neblig je weiter man sich dem Berg genähert hat, dass wir beschlossen haben, dass es keinen Sinn macht dort im Nebel herumzustapfen. Stattdessen sind wir zu einem Leuchtturm in der Nähe gefahren. Der Strand ist hier übrigens aufgrund des vulkanischen Gebietes schwarz!

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Wir sind außerdem noch ein bisschen in der Stadt herumspaziert und haben uns abends den wunderschönen Sonnenuntergang angeschaut.

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Katja und ich haben beschlossen, zusammen weiterzureisen und am nächsten Tag haben wir uns auf den Weg zu den Waitomo Caves gemacht. Hier wollten wir das berühmte Black Water Rafting machen, das heißt, man treibt auf einem Gummiring in einer unterirdischen Höhle einen Fluß entlang, sieht unendlich viele Glühwürmchen und kann sogar Wasserfälle hinunterspringen. Nach etwas Überzeugungsarbeit meinerseits hat Katja sich dazu entschieden das auch zu machen, supi! 😉 Und es hat richtig richtig Spaß gemacht! Das Wasser hat zwar gefühlte 2°C, aber durch den Neoprenanzug gehts dann schon wieder.

eigentlich wars stockfinster da unten, aber durch Herumwedeln mit Taschenlampen und Langzeitbelichtung ist es taghell

eigentlich wars stockfinster da unten, aber durch Herumwedeln mit Taschenlampen und Langzeitbelichtung ist es taghell

 

"Trockenübungen"

„Trockenübungen“

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Nakedbus, der uns dorthin gebracht hat, war übrigens der selbe wie der, mit dem wir zwei Tage vorher liegen geblieben sind! Gleiches Kennzeichen & gleiche Schramme am Heck. Wir dachten wir sehen nicht richtig 😀

 

Unser ganzes Zeug...der Busfahrer fragte mich einmal, wo denn der Rest der Familie sei :D

Unser ganzes Zeug…der Busfahrer fragte mich einmal, wo denn der Rest der Familie sei 😀

 

Nach den Waitomo Caves haben wir uns getrennt, denn Katja wollte noch nach Raglan und für mich war es Zeit wieder zurück zu meiner Familie zu fahren. Dort habe ich noch 2 Nächte verbracht und hatte so genug Zeit meinen Koffer zu packen, ein Paket nach Deutschland zu schicken, nochmal Sushi essen zu gehen, mich nochmal mit Francesca zu treffen, ein letztes Mal zum Strand zu gehen und so weiter. Ich habe mich oft gefragt wie das sein würde, das alles bewusst zum letzten Mal zu machen. Aber ich finde man realisiert das gar nicht, dass man jetzt sein Leben hier zurücklässt. Freitags habe ich dann die Familie verlassen und das ist schon ein trauriger Abschied besonders von den Kindern, aber auch da hatte ich eher das Gefühl weiter zu reisen anstatt für immer zu gehen sozusagen. Natürlich habe ich mich aber auch gefreut, denn ich hatte noch das Wochenende in Auckland. Seit ich im März das erste Mal dort war, habe ich mir vorgenommen vor meinem Heimflug noch etwas Zeit dort zu verbringen. Ich mag die Stadt einfach unheimlich! Hier habe ich mich außerdem mit Katja wiedergetroffen, deren Flug einen Tag früher ging als meiner. Wir waren noch zusammen shoppen (Cotton on & Kathmandu! naja, jetzt wusste ich ja schließlich wie schwer mein Koffer war, nachdem ich Zeug heimgeschickt hab, und konnte dementsprechend einkaufen :D), essen und haben einfach unsere letzten Tage dort genossen. Es war komisch als sie dann weg war, wir haben uns super verstanden. Natürlich war sie nicht die einzige, die ich kennengelernt habe. Geht auch schwierig bei so vielen Deutschen im gleichen Alter auf der Insel, aber oft ist das echt nur ein oberflächlicher Kontakt. Wie heißt du, woher kommst du, was willst du studieren. So. Sowas kann bei entsprechend vielen Leuten einen Abend füllen! Und am nächsten Tag gehts dann weiter und man trifft neue Gesichter. Sie ist die einzige, mit der ich (abgesehen von den anderen AuPairs) jetzt noch Kontakt hab.

Und dann war es auch schon soweit, mein letzter Abend in Neuseeland. Auch da hab ich oft drüber nachgedacht, wie das sein würde. Aber ich kann sagen, es ist ganz normal. Ich hab das überhaupt nicht verstanden, dass es das jetzt war hier. Im Gegenteil, ich war konzentriert darauf nichts zu vergessen, habe nochmal meine Unterlagen sortiert und die Busse zum Flughafen gecheckt. Ich habe mich auch das halbe Jahr über gefragt, wie der Rückflug werden wird. Was ich anziehe, was ich vorher esse, was ich noch im Souvenirshop kaufe. Aber auch da hat man ganz andere Gedanken. Zum Glück ging mein Flug schon mittags um 1, d.h. ich bin morgens aufgestanden, habe meine 2-3 Sachen noch zusammengerichtet, schnell was gegessen und habe mich auf den Weg zum Flughafen gemacht. Man denkt in dem Moment nicht an die Kleidung, nicht an Souvenirs, nicht ans Essen, nicht daran das letzte Mal aus einem Hostel zu gehen oder das letzte Mal die Schlüssel abzugeben, sondern nur an seinen Reisepass, die Nummer des Busses, der einen zum Flughafen bringt und die 23kg Gepäcklimit.

 

Die beiden Flüge liefen ziemlich entspannt, keine Probleme beim Transit in Hongkong, keine Verspätungen, nichts Spektakuläres. Außer Fliegen natürlich 😉

Essen 2

Essen 2

Essen 1

Essen 1

 

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Essen 3 (+ später Früstück aber das war so mikrig, dass ich dachte ich mach da mal besser kein Bild von…)

 

 

 

 

 

 

Das waren die letzten 3 Bilder meiner Reise…

Muriel & die Südinsel

Hallo zusammen,

ich weiß, ich habe laaange nichts mehr von mir hören lassen, aber wenn man unterwegs ist fehlt einem einfach die Zeit (und auch bisschen die Motivation auf dem blöden Tablet-Touchscreen) Blog-Artikel zu schreiben. Ich bewundere deshalb die konsequente Blog-Führung mancher Work&Traveler, die ich getroffen habe.

Ist jetzt ziemlich viel geworden, aber ich hab auch ziemlich viel erlebt in den 4 Wochen Südinsel.

Okay. Angefangen hat alles am Montag, den 14. April, hier an der Haltestelle am Mount gegenüber von McDonald’s. Ich habe mich von dort aus auf den Weg nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands gemacht, um mit der Fähre auf die Südinsel zu gelangen. Zunächst habe ich aber zwei Nächte in Wellington verbracht und mir die Stadt angeschaut. Ich bin im Gegensatz zu so gut wie jedem anderen, den man hier trifft, überhaupt kein Fan von Wellington. Der botanische Garten, die beiden Cable Cars, die Water Front und Neuseeland’s größtes und bestes Museum, das Te Papa Museum, sind zwar ganz nett. Aber Auckland hat mir da um einiges besser gefallen. Naja.

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Cable Car Station

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Blick auf Wellington vom botanischen Garten aus

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Als ich in Wellington war, hat der royale Besuch zur gleichen Zeit seine letzten Tage in Neuseeland verbracht. Ich hatte daran zunächst gar nicht gedacht und mich über die Polizei-& Menschenmassen (und wenn ich sage Massen, dann meine ich Massen!) an den Straßen gewundert, als ich mich auf den Weg zum Hafen gemacht habe. Erst als ich dann ein Schild mit „Goodbye Wills&Kate“ gelesen habe, hat’s mir so langsam gedämmert. Also ich wusste ja, dass die Kiwis verrückt nach „ihren“ Royals sind aber soo verrückt 😀 Das habe ich wirklich noch nie gesehen!

 

Mittwochs bin ich dann mit der Fähre auf die Südinsel übergesetzt.

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ich war überrascht wie „luxuriös“ die Fähre innen aussah

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meine bluebridge Fähre

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Picton – (natürlich…) bei Regen

Ich hatte Glück, den Tag davor wurden 3 von 5 Fähren gecancelt und einen Tag danach wie ich später erfahren habe gab es so massive Verzögerungen, dass Fähren auch entweder ausfallen mussten oder stundenspäter anegkommen sind. Bei mir lief gottseidank alles reibungslos, bis auf das, dass es ziemlich schlechtes Wetter war und ich deshalb nur mäßig gute Sicht hatte. Und mir war kotzübel und ich war froh, als das Geschaukle nach 3,5 Stunden endlich zu Ende ging. Die Tatsache, dass die Frau, die mir gegenüber saß, meinte, dass sie das Meer noch nie so ruhig erlebt hatte wie heute und das normalerweise noch schlimmer sei, ließ in mir Vorfreude auf die Rückfahrt aufkommen…nicht. Wie auch immer, ich war also angekommen auf der Südinsel. Dem Teil Neuseelands, der noch schöner und atemberaubender sein soll.

Hier kommt jetzt erst einmal eine Karte, damit ich nicht mit Städtenamen um mich werfe und keiner weiß, wo ich bin oder was ich überhaupt meine.

Neuseeland’s Südinsel

Die dort eingezeichnete Route war NICHT meine Route, aber ich finde die Karte mit am übersichtlichsten von allen und außerdem sind alle Städtenamen, in denen ich war, markiert. Also nicht verwirren lassen 😉

 

Erste Station auf der Südinsel ist für jeden Reisenden, der mit der Fähre übersetzt, wie gesagt Picton. Viel mitgenommen habe ich von diesem Zwischenstop nicht, denn es hat in Strömen geregnet. Eigentlich wollte ich einen Tag auf dem Queen Charlotte Track in den Marlborough Sounds laufen, das soll wunderschön sein. Tja. Ich war 2 Nächte da und habe nicht mehr gesehen als den Aufenthaltsraum im Hostel und die Bushaltestelle, um weiterzufahren. Das Hostel in Picton war eh bisschen ne Katastrophe und so mit das Schlimmste, das ich auf meiner ganzen Reise hatte. Abgesehen davon, dass es eiskalt war und sich die „Heizung“ regelmäßig für ein paar Minuten auf Klimaanlage umgestellt hat, war es schimmlig, nicht wasserdicht (natürlich schlecht, wenns schüttet wie aus Eimern) und ziemlich ziemlich runtergekommen. Zu dem Zeitpunkt war ich auch ganz alleine dort im Hostel und hatte eigentlich keinen so richtigen Plan wie es jetzt weitergehen soll. Da habe ich mich dann schon für einen kurzen Augenblick gefragt, warum um alles in der Welt ich das überhaupt mache. Aber je mehr man dann plant desto mehr steigt die Vorfreude auf das, was kommt und am nächsten Tag bin ich dann ja auch schon weitergefahren Richtung Nelson.

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Picton – kurz bevor ich mit dem Bus weitergefahren bin. da war das Wetter dann natürlich wieder besser…

 

 Nelson fand ich mit seiner Fußgängerzone, der schönen Kirche und dem Centre of New Zealand einen echt schönen Fleck.

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Nelson’s Kirche

Nach meinem Erlebnis in Picton hätte mir wahrscheinlich aber alles super gefallen. Ich habe mich hier auch wieder mit Francesca getroffen und wir sind zusammen den Hügel zur angeblichen „Mitte Neuseelands“ hochgelaufen.

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Blick vom Berg vom Centre of New Zealand

War bisschen n act bis wirs gefunden hatten (mit Schildern haben die’s hier irgendwie nicht so…) aber von dort aus hatte man eine wirklich schöne Aussicht über die Stadt und auf das Meer.

 

Am Ostersonntag bin ich dann auch schon weitergefahren nach Motueka, um von dort aus den Abel Tasman National Park besuchen zu können. Kleine „lustige“ Geschichte noch von der Busfahrt. Ich hatte in Picton meine Busverbindungen für die nächsten schätzungsweise 10 Tage gecheckt und war mir sicher, dass mein Bus nach Motueka um kurz nach 7 morgens fährt. Also habe ich mir den Wecker auf 6 gestellt und beim Aufstehen wahrscheinlich mein ganzes Zimmer geweckt. Beim Frühstücken dachte ich mir dann, dass ich nochmal nachschauen sollte WO genau der Bus abfährt, nicht, dass es 2 Haltestellen gibt. Und was seh ich da? Der Bus NACH Motueka fährt erst um viertel 4 mittags, der frühe Bus um kurz nach sieben ist der, der dann aus Mouteka wieder HERAUS führt. Na toll 😀 Dann bin ich halt wieder ins Bett gegangen. Ich frage mich, was sich die anderen wohl gedacht haben… 😀

 

Okay, in Motueka angekommen bin ich am nächsten Tag in den Abel Tasman gefahren.

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Jeder schwärmt von den Küsten, dem türkisblauen Meer und dem schönen Regenwald in dem Nationalpark, der nach einem Holländischen Seefahrer benannt ist. Vormittags habe ich eine Wanderung gemacht und nachmittags bin ich gekayakt. Und wieder habe ich festgestellt, dass das Wasser absolut nicht mein Element ist. Mir war im Kayak so schlecht von den Wellen, dass nicht mehr viel gefehlt hätte und ich hätte die Fische gefüttert. Wir hatten aber auch Pech mit dem Wetter. Morgens bei der Wanderung war der Himmel noch strahlendblau, nachmittags hat es dann aber zugezogen und ziemlich stark gewindet. Das hat dann den Wellengang verstärkt und es war ziemlich anstrengend dagegen anzupaddeln. Glücklicherweise war ein Vater mit seinem kleinen Jungen von dieser Herausforderung so überfordert, dass der Kayak-Guide beschlossen hat ein Wassertaxi zu rufen. Wer mitfahren wollte, konnte mitfahren. Das musste ich mir keine 2 Mal überlegen. Während andere also weiter von ihrem Abel Tasman schwärmen, war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Nicht nur vom Kayaken, sondern auch von der Landschaft. Das darf man jetzt nicht falsch verstehen. Es war wirklich wirklich schön dort. Aber der „place-to-be“ ist das meiner Meinung nach jedenfalls nicht. Da habe ich Schöneres gesehen.

 

Nach dem Abel Tasman kamen dann die Pancake-Rocks in Punakaiki. Da war ich erstmal wieder platt, nachdem ich schon bisschen entsetzt war, dass ich den Abel Tasman, auf den ja alle total abfahren, nur „schön“ fande. Aber die steilen Felswände, der dichte Regenwald, die rauen Strände und die Abgelegenheit von Punakaiki haben mich wirklich beeindruckt. CIMG3197 CIMG3204 IMAG0771 IMAG0781

 

Mein nächster Stop waren Franz Josef und die Gletscher. Ich hatte mir fest vorgenommen, keinen Skydive zu machen sondern mir statt dessen den Helicopterflug zu gönnen. Und das war sowas von die richtige Entscheidung. Dieser Helicopter Flug um und auf die Gletscher war eines der besten Sachen, die ich in Neuseeland gemacht habe. Ich war richtig platt und leider sind fast alle Fotos total unbrauchbar für den Blog, weil ich vor Begeisterung immer den Mund offen habe 😀 Das war einfach so super. Der Flug an sich natürlich und die Landschaft! Später bin ich dann nochmals von Franz Josef aus zum Gletscher hingelaufen, aber das ist natürlich lang nicht so spektakulär wie drumherum zu fliegen und sogar drauf zu landen. Als ich heimkam, hatte ich ziemliche Schmerzen in der rechten Achillessehne aber habe mir erstmal nichts weiter dabei gedacht. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass das der Anfang vom Ende sein würde.

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Danach ging’s weiter Richtung Wanaka, meinem Lieblingsplatz auf der Südinsel und (neben dem Mount natürlich) eigentlich in ganz Neuseeland. Wanaka ist so die kleine Schwester zu Queenstown, aber eben weniger touristisch und landschaftlich der Wahnsinn. Berge und ein See. Klingt vielleicht unspektakulär, ist aber wirklich schön. Fast jede Stadt in Neuseeland, besonders auf der Südinsel, hat einen Hausberg sozusagen. Also habe ich mich auch hier wieder auf den Weg nach oben gemacht. Von dort kann man einfach die Natur, die Stadt, die Landschaft und das Panorama am besten genießen. Zu meinem Fuß: Ibuprofen und dann passt das.

 

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Außerdem hatte ich hier in Wanaka meine erste „richtige“ Begegnung mit den Asiaten. Neben uns Deutschen ist das nämlich die zweitmeist vertretene „Nation“. Ich saß am See, halb dösend und habe auf meinen Bus Richtung Queenstown gewartet. Auf einmal kommen zwei Japanerinnen von hinten angeschlichen. Eine setzt sich neben mich, während die andere ein Foto von uns beiden macht. Dann tauschen sie und die andere kriegt ihr Foto mit mir. Dann bedanken sie sich bei mir und laufen freudestrahlend und völlig aufgeregt davon. Bis ich mal richtig wach war und realisiert hab, was das grad war, war alles schon wieder vorbei. Echt verrückt, diese Asiaten hab ich mir gedacht. Ich musste über das Blitzfotoshooting einfach soo lachen, aber hatte zu dem Zeitpunkt ja keine Ahnung, dass das nicht das letzte Mal gewesen sein sollte 😀

 

In Queenstown bin ich dann fast eine Woche geblieben. Ich wollte mal wieder irgendwo länger als nur 2 Nächte bleiben, weil das auf Dauer ziemlich anstrengend ist. Hier habe ich am 1. Mai dann auch den original Bungy-Jump von der Kawarau Bridge gemacht. Auf jeden Fall machen, wer die Chance hat!! Der „schlimmste“ Moment war eigentlich als ich auf die Brücke zur Platform gelaufen bin. Da dacht ich schon „Muriel, du bist doch bescheuert“ aber sobald man dann das Handtuch um den Fuß hat und eingehakt ist, will man da auch runter. Man stellt sich an den Rand, der Typ hinter einem sagt 3…2…1… joa und dann springt man eben.

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Das wollte ich unbedingt. Das selbst machen, selbst springen. Nicht wie beim Fallschirmsprung, wo der erfahrene Springer hinter einem für einen abspringt. Ich stell mir das zwar schon auch aufregend vor, aber nö. Wenn ich mich schon irgendwo runterstürz, dann will ich das auch selbst bestimmen. War cool jedenfalls! Ich hatte in Queenstown aber auch ein super Zimmer und am Abend waren wir noch zusammen den berühmt berüchtigten Fergburger Essen. Ich muss sagen, der ist echt seinen Ruf und die halbe Stunde Anstehzeit wert!

Der witzigste Asiate, den ich in meinem Leben bisher getroffen habe! :D

Das ist Kim. Der witzigste Asiate, den ich in meinem Leben bisher getroffen habe! 😀

Ach ja, hier in Queenstown habe ich zufällig auch ein Rugby-Spiel gesehen. Ich bin auf den Queenstown-Hill gewandert und beim Runterlaufen habe ich eine Menschenmenge schreien, pfeiffen und jubeln gehört. Ich bin dann dort hingelaufen und hab mir das eine Weile angesehen. Ich kenn noch nicht einmal die Regeln und weiß auch nicht, ob ich eigentlich hätte Eintritt bezahlen müssen aber das war mir egal in dem Moment. Jetzt kann ich auch behaupten, einmal ein Rugby-Spiel in Neuseeland gesehen zu haben. Gespielt hat übrigens Queenstown gegen Wakatipu, das weiß ich noch. Entspricht hier dem Lokalderby St.Leon gegen Rot und dementsprechend war die Stimmung. Man hat besser mal geklatscht, wenn alle um einen rum geklatscht haben. Man will ja in so einem hochemotionalen Spiel nicht für „den Feind“ gehalten werden…

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Nach Queenstwon ging es weiter nach Dunedin, das die Heimat der (angeblich) steilsten Straße der Welt und des Speight’s Bieres ist. Dunedin war auch der südlichste Punkt meiner Reise.

Brauereiführung

Brauereiführung

Hier hatte ich Begegnung Nr. 2 mit den Japanern. Wieder völlig aufgeregt ein deutsches Mädel zu sehen und wieder wollten sie „pictaaa, pictaaa pliiis“. Immerhin haben sie diesmal gefragt. Ich hab mir das dann erklären lassen. In Japan stehen Begegnungen mit europäischen jungen Frauen wohl für Glück, Gesundheit und Reichtum für das restliche Leben. Sowas „bunt auf weiß“ zu haben ist natürlich die Nummer-sicher Variante für den eigenen Glauben. Ich selbst war erst ein Mal in Asien und kenne mich mit deren Kultur nur wenig aus. Mir sind die Asiaten in meiner Zeit in Neuseeland jedenfalls immer suspekter geworden.

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optische Täuschung! 😀

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man erkennt das hier auf dem Bild gar nicht so richtig, aber es war schon ziemlich ziemlich steil!

Meinem Fuß gings zusehends schlechter, ich hatte jetzt einen haselnussgroßen „Knubbel“ an der Achillessehne und meine Hostel-Wahl fiel nun nicht mehr nach Gästebewertung sondern nach Entfernung zur Bushaltestelle. Da ich aber in den meisten Orten nur 2 Tage geblieben bin, wollte ich nicht einen Tag meiner kostbaren Zeit beim Arzt verbringen. Ibuprofen und gut ist, dachte ich die ganze Zeit. Irgendwann war dann aber nicht mehr gut.

 

Nachdem ich mich in Oamaru nur mit Mühe und Not ins Hostel schleppen konnte, war klar, dass ich zumindest abchecken will, was da los ist. Ich war dann am nächsten Vormittag in der Notaufnahme, da ich sonst keinen Termin mehr bekommen hätte. Am darauffolgenden Tag wollte ich ja schon wieder weiter. „achilles tendon inflammation“ lautete das vernichtende Urteil. Also Entzündung der Achillessehne und ein Anriss kann ohne weitere Untersuchungen wie Ultraschall oder MRT nicht ausgeschlossen werden. So wenig laufen wie nötig, so viel schonen wie möglich. Tja, was mach ich jetzt? Ich wollte doch noch einen Great Walk machen und später nach Australien fliegen, abgesehen davon gibts noch so viel zu sehen in Neuseeland und nun sitze ich mit Ibuprofen vollgepumpt in den Hostels fest und hole meinen (vor Schmerzen) fehlenden Schlaf von nachts nach. Dass das so nicht das Wahre ist, war mir ziemlich schnell klar. Also habe ich mich schweren (wirklich richtig schweren) Herzens dazu entschieden meinen Flug von Ende Juni auf Ende Mai vorzubuchen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich dann also statt 7 noch etwa 3 Wochen, aber ich wäre andernfalls erstmal 2-3 Wochen an drinnen gebunden gewesen und brauchte die weitere Untersuchung der Sehne. So dachte ich mir „komm jetzt machst du noch den Rest hier unten vollends fertig und dann fliegst du heim“.
Immerhin war ich am Abend noch bei den Pinguinen, die sich am Strand von Oamaru Nacht für Nacht zum Schlafen zurückziehen.

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Also gings dann ziemlich zackig wieder hoch und bin zunächst nach Christchurch gefahren. Mein erster Eindruck: ich war schockiert. Schutt, Baustellen und Provisorien so weit das Auge reicht und das 3 Jahre nach dem gewaltigen Erdbeben. Ich wusste schon von anderen, die dort waren, dass Christchurch noch sehr vom Erdbeben gezeichnet ist. Aber das hätte ich nicht erwartet. Trotzdem geben Neuseeländer nie auf, verlieren nie den Mut und ihre Zuversicht. Neben der völlig zerstörten Kirche von Christchurch ist ein großer Platz entstanden, auf dem man super entspannen kann. Die zerstörten Geschäfte in den Seitenstraßen wurden wieder aufgebaut in einer Mall, die nur aus Containern besteht. Aber bunt und in allen Formen und Größen. An besonderen Stellen erinnern Tafeln und interaktive Kunstprojekte an das Drama von 2011, aber es wirkt nie bedrückend. Je mehr man von der Stadt erlebt, desto mehr wird einem klar, dass die Neuseeländer hier nicht der Vergangenheit hinterher trauern, sondern die Neuplanung der Stadt als Chance sehen. „The future is bright“ lautet das offizielle Motto, das an jeder Ecke zu spüren ist. Und auf der anderen Seite sieht man 100m weiter noch die offenen Straßen, weil bis dato noch nichtmal alle Rohrbrüche repariert werden konnten. Man schwankt mit der Stadt, zwischen Entsetzen und Euphorie.

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der völlig zerstörte „Kirchturm“

 

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Bagger, Baulärm, Zäune wohin man blickt

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Nun ja, von Christchurch gings wieder rüber an die Westküste mit dem TranzAlpine nach Greymouth. Das ist eine Zugfahrt über die Southern Alps, auf die ich mich schon seit Beginn meiner Reise gefreut habe. Man muss dazu sagen, dass „Zug fahren“ in Neuseeland nicht vergleichbar ist mit dem in Deutschland. In NZ gibt es genau 3 Zuglinien, auf Strecken, die eigentlich eh keiner so wirklich fahren will. Zumindest nicht aus Gründen der Fortbewegung sondern aus denen des Ausblicks und der Atmosphäre. Und die Zugfahrt war super! Man fährt über den Pass, durch Tunnels, über Schluchten, alte Brücken, über Felder, durch Wald, alles! Ich hatte noch nie so eine spektakuläre Zugfahrt, ehrlich!

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Von Greymouth aus ging es dann wieder hoch nach Nelson, wo ich übernachtet habe, um von Picton aus am nächsten Tag die Fähre wieder zurück zur Nordinsel zu nehmen.

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Wirklich besseres Wetter als das letzte Mal hatte ich nicht, aber das war mir diesmal egal. Man lernt sich dem Wetter anzupassen irgendwann und so war ich die meiste Zeit die einzige Passagierin an Deck. Das hatte auch was! Irgendwann kamen dann zwei Arbeiter, die fragten ob denn alles okay sei und warum ich freiwillig hier draußen bin. Aber mir hats trotz (Niesel-)Regen und unheimlichem Wind gefallen und ich hab sogar nochmal Delfine gesehen.

 

Soo, das war mein Trip auf der Südinsel. Ich hoffe mal nicht zuu lang und ausführlich, aber wem’s zuviel wird, der kann sich ja auch nur die Bilder anschauen 😉

Der nächste Eintrag ist dann über die restlichen 10 Tage auf der Nordinsel und den Heimflug. Außerdem möchte ich noch ein kurzes Fazit schreiben.

– Muriel 🙂

 

 

Time to say Goodbye!

Hallo zusammen,

das hier wird mein letzter Eintrag vom Mount werden, denn meine Zeit hier ist nun so gut wie zu Ende. In den letzten Wochen ist nichts sonderlich Aufregendes passiert, deshalb besteht der Eintrag hier zum Großteil aus Bildern.

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Art Gallery Surf Lesson – wir wurden von einer Künstlerin beim Surfen gefilmt und das Video ist nun in der Art Gallery in Tauranga zu sehen

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Hot Pools

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Captain Muriel & ihre Crew 🙂

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Airport Museum

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Morgen fahre ich mit dem Bus nach Wellington und am Mittwoch dann mit der Fähre nach Picton. Dort beginne ich meine noch sehr ungeplante und ungewisse Reise um die Südinsel. Ich habe letzte Woche auch mein Visum für Australien beantragt, also theoretisch könnte ich für 2-3 Wochen rüberfliegen und dort etwas vom Land sehen. Ich weiß es aber noch nicht. Mein Rückflug nach Deutschland geht am 23. Juni ab Auckland, das ist das einzige, was sicher ist. Oder zumindest bis gestern war, da ich mir überlege, meinen Zwischenstop in Hongkong auf zwei Nächte auszudehnen und dafür früher aus Neuseeland wegzufliegen. Mal schauen.

Vermutlich werde ich in den nächsten Wochen also nicht viel schreiben, weil fehlendes Internet. Ich bin gespannt wie das werden wird so lange aus einem Rucksack ohne wirkliches zuhause zu leben und so viel selbst planen zu müssen. Aber ich freu mich auch wahnsinnig auf die Zeit.

Letzten Freitag gab es übrigens die Ergebnisse meines CAE-Examens von vor 4 Wochen. Die ganze Arbeit hier hat sich zum Glück ausgezahlt, denn ich habe das Examen bestanden und damit die Bestätigung für Englischkenntnisse vom Level C1 🙂

In diesem Sinne, das letzte Mal tschüss vom Mount 🙂

Mount

Mount

– Muriel

 

Tongariro Alpine Crossing

…oder: das Anstrengendste aber eigentlich Beste, was ich bisher in meinem Leben gemacht habe. 19.4km, ca. 1000 Höhenmeter, 6 1/2 Stunden,  3 Vulkane, Temperaturen um den Gefrierpunkt. So viel zu den objektiven Fakten. Den Rest kann man nur schwer beschreiben.

Vorher...

Vorher…

Ich bin normalerweise überhaupt kein Freund von Bergen, geschweige denn Wanderungen, aber die Tongariro Crossing war der Wahnsinn. Laut Lonely Planet die schönste Eintageswanderung Neuseelands, in anderen Reiseführern ist sie unter den Top 10 weltweit. Zurecht meiner Meinung nach!

Man läuft zunächst einmal etwa 3 km durch flaches Land, viel trockener Busch, eine einzige Sorte von Pflanzen.

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Dann kommt der erste Anstieg, endlose Treppen hoch zu einem Plateau. Das ist zugleich der steilste Teil der Wanderung, der (echt nicht zu Unrecht) „Devil’s Staircase“ (also Treppenhaus des Teufels) heißt. Wenn man auf dem Plateau läuft, fühlt man sich wie auf dem Mond.

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Alles tot, nur Steine, Sand und Felsen aber in Farben, die wirklich beeindruckend sind. Dann geht es nochmals steil nach oben zum höchsten Punkt der Wanderung, dem Krater eines der drei Vulkane.

Red Crater

Red Crater

Und es ist mucksmäuschen still. Das ist unglaublich! Wenn man den Krater dann überquert hat, sieht man gleich drei türkisblaue Seen vor einem, mitten im nichts praktisch.

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Dann kommt wieder ein Stück Plateau und dann schlängelt es sich auch schon in Serpentinen den Berg wieder hinunter. Der Abschnitt ist – trotz atemberaubender Sicht auf die Landschaft – ziemlich zäh, weil lang.

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Das letzte Stück geht durch Wald und ist damit der krasseste Gegensatz zum toten Land oben auf dem Vulkan, den man sich vorstellen kann.

Francesca und ich sind die Crossing zusammen gelaufen und Dank ihrer Hostmum, die uns zum Startpunkt hingefahren und am Ziel abgeholt hat (es ist nämlich kein Kreis), war das optimal. Außerdem sind wir ziemlich spät losgelaufen, was im Nachhinein aber gut war, weil wir so nicht in der Masse gelaufen sind, sondern oft einfach nur zu zweit. Es war halt wahnsinnig windig, kalt und nebelig (ich habe mir irgendwann mein Paar Ersatzsocken, das ich mitgenommen hatte, über die Hände gestülpt, weil ich so gefroren habe), aber für die Stimmung eigentlich noch besser.

Ich denke es ist nicht nur die Landschaft und die Tatsache, gerade einen Vulkan zu überqueren, die das so einmalig macht sondern auch die Anstrengung und das Adrenalin, das alles nochmal extremer und eindrucksvoller wirken lässt. Es ist glaube ich auch schwer nachzuvollziehen. Ich hatte am Anfang Bedenken, ob ich das konditionsmäßig schaffe, aber ich hatte nie das Gefühl wirklich „erschöpft“ zu sein. Man denkt in dem Moment gar nicht an Erschöpfung.

Zwei Dinge, an die man zunächst nicht denkt, man aber unbedingt beachten sollte:
1. Durch die Nase atmen – nicht durch den Mund!
Den Fehler hab ich gemacht, zum einen weil ich nicht dran gedacht habe und zum anderen, weil ich manchmal ziemlich außer Atem war und deshalb nicht groß aufs Atmen geachtet habe. Das Problem ist die kalte Luft. Atmet man die durch die Nase ein, kommt sie vorgewärmt in der Lunge an. Durch den Mund geht das nicht. Ich lag in der darauffolgenden Nacht zwei Stunden mit starken Lungenschmerzen im Bett und konnte nicht schlafen, weil es sich angefühlt hat, als sei meine Lunge von innen eingefroren. Also – durch die Nase atmen!

2. Geschwollene Hände
Man lasse seine Arme mal 7 Stunden nach unten hängen und sehe was passiert! 😀 Meine Hände sind auf fast doppelte Größe angeschwollen, ich konnte am Ende keine Faust mehr machen geschweige denn die Finger strecken und Gefühl hatte ich in den Fingerspitzen auch nur noch wenig. Francesca und ich sind am Ende zum Teil mit „Hände hoch“ den Berg runtergelaufen, weil sich das ganze Blut/Wasser in den Händen einfach so eklig anfühlt. Tipp deshalb: ab und zu am Rucksackriemen oder sonst irgendwo festhalten, damit die Hände nicht die ganze Zeit der tiefste Punkt vom Arm sind.

Are you sure? :D

Are you sure? 😀

„Face the challenge“ heißt es auf der Website der Crossing. Und ich sag: jep, do it! Unbedingt!

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… und nachher

– Muriel

Examen und eine Woche Urlaub

🙂

Letzten Samstag hatte ich schließlich mein CAE-Examen in Auckland, für das ich 9 Wochen lang in die Sprachschule gegangen bin. Ich persönlich und auch die anderen DemiPairs fanden es ziemlich schwierig. Ich brauche in etwa 60% um zu bestehen, ich hoffe nun einfach, dass das schon klappt. Wir sind noch bis Montag Morgen in Auckland geblieben und haben uns die Stadt angesehen. Mir hats total gut gefallen! Die anderen Städte, in denen ich bisher in Neuseeland war, sind sehr ländlich und einfach gehalten. Auckland ist anders. Mehr Weltstadt und hektischer. Auf jeden Fall habe ich endlich mal wieder Häuser gesehen mit mehr als 2 Stockwerken, McDonald’s, BurgerKing und Subway waren aneinander gereiht und überall Geschäftsmänner und viel Verkehr. Ich mag sowas. Ach ja: und Deutsche natürlich. Massen an Deutschen. Sowas hab ich noch nie erlebt. Und mag ich nicht. In meinem Hostelzimmer waren wir zu 6. Davon 5 Deutsche. Die anderen Mädels waren eine Nacht zu 12. im Zimmer. Alle deutsch! Es ist der Wahnsinn. Ich krieg hier mehr von der deutschen Kultur und den deutschen Besonderheiten mit als daheim und im „deutsche-Dialekte-Erraten“ bin ich ziemlich gut geworden. Hier einfach mal ein paar Bilder aus Auckland, morgen kommen evtl. noch mehr. Ich hab ziemlich wenig gemacht von irgendwelchen „Sehenswürdigkeiten“, weil ich die meistens sofort überblätter, wenn ich mir die Bilder nochmal anschaue. Naja 😛

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Sky Tower

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18.000km weg von daheim – Wal(l)dorf! 😀

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… und SAP! (weder Sarah noch Toni kannten SAP übrigens)

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Toni, Sarah & ich 🙂

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Am Montag sind wir dann weiter nach Paihia in die Bay of Islands gefahren. Das Hostel dort hatten wir sozusagen als „Basis“ für die Ausflüge für Dienstag und Mittwoch. Wir waren im Seabeds Hostel und das war (abgesehen vom ziemlich unfreundlichen Personal) super! Die Zimmer waren riesig, die Austattung modern und alles richtig sauber. Kann ich nur weiter empfehlen!Die Betreiber haben sich übrigens ihrem Klientel gebeugt: Schubladen sind auf deutsch beschriftet und Schilder zweisprachig.

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Im Ort gibt es sogar eine „Apotheke“ anstelle einer „Pharmacy“. Ich komme mir vor wie auf Mallorca!

Normalerweise ist Paihia für das türkisblaue Wasser und die weißen Strände bekannt. Leider ist letzte Woche ein Zyklon über Nordneuseeland gezogen, weshalb alles voller Muscheln, Algen und Holz war.

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Verwüsteter Strand

Das haben wir auch beim Schnorcheln am nächsten Tag gemerkt. Der Veranstalter, bei dem wir die Schnorchelausrüstung ausgeliehen haben, meinte, er hätte kaum noch Zeug, weil der Sturm alle Boxen am Hafen weggeweht hätte, in denen er die Ausrüstung gelagert hatte. Das Wasser war außerdem leider ziemlich trüb und wenig bunt. Schade irgendwie, aber trotzdem fand ich es gar keine so schlechte Erfahrung Neuseeland’s Natur auch mal nach einem Sturm zu sehen. Von dem kleinen „Berg“ auf der Roberton Island, auf die wir mit einem Boot gefahren sind“, hatte man aber einen super Ausblick auf die Inseln und das Meer drum herum. Wetter war auch super, deshalb war das ziemlich schön.

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Am Mittwoch sind wir ans Cape Reinga hochgefahren. CIMG3001

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3 junge Mädels und ansonsten nur Rentner im Bus 😀

Der bekannte weiße Leuchtturm mit den gelben Schildern, die in alle Richtungen der Welt zeigen. CIMG3028

Außerdem ist dort der Punkt, wo sich Pazifik und Tasman Sea, also zwei Meere, treffen.

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Links: Tasman Sea
Rechts: Pazifik

CIMG3026 CIMG3029 Auf dem Rückweg sind wir am 90-Mile Beach entlang gefahren. Der ist zwar nicht ganz 90 Meilen lang, aber so gut wie und wird nach wie vor von Fahrzeugen als Art Autobahn benutzt. Es gilt die StVO. 😀 Am Ende sind wir noch zu den Sanddünen gefahren und auf Brettern runtergesurft. Das war richtig cool!

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Man beachte im Übrigen meine Kleidung: am Dienstag noch T-Shirt und Kurze Hose, am Mittwoch lange Hose, langärmliges Oberteil, Weste und Schal. Neuseeland ist wettermäßig echt verrückt!

Donnerstags bin ich dann wieder zurück an den Mount gefahren, Toni und Sarah sind weiter nach Coromandel. Das habe ich ja aber bereits gesehen. Dafür hat mich dann aber donnerstags abends Francescas Gastmutter abgeholt und wir sind zusammen mit den Kindern nach Taupo gefahren, weil Francesca und ich die Tongariro Crossing gemacht haben. Siehe nächster Eintrag 😛

– Muriel

Der ganz normale Wahnsinn…

Hallo zusammen,

in letzter Zeit gabs nicht wirklich viel zu berichten, deshalb die fehlenden Einträge. Um aber mal mit dem Irrglauben aufzuräumen, dass ich hier nur Urlaub mache, zeig ich euch mal ein paar Bilder von meinem Alltag.

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Man sieht nach ner Zeit Vieles entspannter; „Kinderlärm“ ist jetzt für mich n gutes Zeichen, weil es eher verdächtig ist, wenn sie still sind, den Gedanken „das hab ich doch grad erst geputzt/gewaschen/weggeräumt und jetzt ist es schon wieder dreckig“ hab ich in meinem Kopf gestrichen und meine immer gleichen Sätze beim „Vater-Mutter-Kind“ spielen kann ich mittlerweile nachts im Schlaf aufsagen. Das ist mein ganz normaler Wahnsinn. Und ich liebe ihn!

Oft sind’s grad die kleinen Momente, die erstmal sogar blöd klingen, die es super schön machen. Vorletzte Woche ist Lily ein Zahn im Auto rausgefallen und sie hat ihn verloren.IMAG0527

Was mach ich also? Such mit ihr ne halbe Stunde lang in der Mittagshitze das Auto nach nem halben Zentimeter großen Zahn ab! Leider erfolglos :/ 😀 Der anschließende „Brief“ an die Zahnfee (an die sie übrigens total glaubt!) ist echt süß!

Oder wenn meine Kleine was alleine machen will, seis jetzt Essen nehmen, Waschen, malen etc. Ich weiß meistens genau, dass das nichts wird aber sie besteht total darauf. Ich lass sie dann meistens machen und nehm die Sauerei hinterher in Kauf. Kann man (bzw. ich 😀 ) ja alles wieder sauber machen aber sie hat wenigstens das Gefühl, es alleine zu können. Ich mag so Momente echt, auch wenns komisch klingt. Ah, oder: neulich haben wir gebacken und dann Stand auf dem Rezept „5 Teelöffel Zucker“ oder so ähnlich. Was macht mein Kind? Bringt mir die Packung Zucker und 5 kleine Löffel aus der Schublade 😀 „But you said 5 teaspoons“ hat sie dann völlig überzeugt entgegnet. Herrlich! 😀 

Also ich hab mich jetzt hier wirklich richtig eingelebt. Immer öfter krieg ich auch zu hören wie neuseeländisch ich aussehe und die Kassiererin im Supermarkt hat letzte Woche gemeint, dass es ihr am Akzent gar nicht aufgefallen wäre, dass ich nicht local bin, hätte sie nicht meinen Backpack gesehen. Sowas freut einen doch zu hören! 🙂 Ist vielleicht Lily’s Training mit mir zu verdanken. Sie fängt oft von sich aus an mit mir Englisch üben zu wollen. Ich muss buchstabieren, Synonyme finden, Gegenteile sagen und Wörter nachsprechen und sie lässt nicht locker wenn es nicht 100% richtig ist. Ein Mal saßen wir bestimmt 10 Minuten in ihrem Zimmer und haben das Wort „purple“ geübt bis sie mit meiner Aussprache zufrieden war. Ich find das so super!

In 3 Wochen fängt hier meine Reisezeit an. Ich bin erst 2 Wochen auf der Nordinsel, dann 4 Wochen auf der Südinsel, dann 3 Wochen in Australien und dann fliege ich auch schon wieder nach Deutschland. Auf der einen Seite schieb ich den Gedanken noch bisschen vor mir her, dass ich in 3 Wochen kein AuPair mehr bin, auf der anderen Seite freue ich mich mega aufs Reisen. Auch wenn ich die Kinder super gern hab, es ist einfach was anderes unter Backpackern zu sein wie unter AuPairs. Ein Mal Blut geleckt, lässt einen das Reisen nicht mehr los!

Liebe Grüße 🙂

Muriel

White Island

Fehlendes Wochenende Nummer 2 -> here you go 😉

Letzten Samstag bin ich mit der Schule zur White Island gefahren.

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Das ist eine aktive Vulkaninsel hier in der Bay of Plenty.

Zunächst hat uns ein Shuttle-Bus nach Whakatane gebracht, von wo wir mit dem Boot raus auf den Pazifik gefahren sind.

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Wir hatten riesen Glück auf der Fahrt und haben Delfine gesehen!

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Total nah an unserem Boot und richtig richtig viele! Das war total cool zu sehen wie die neben uns hergeschwommen sind, in die Luft gesprungen, abgetaucht usw. Außerdem haben wir noch fliegende Fische gesehen. Die Tiere schwimmen im Wasser und auf einmal breiten sie ihre Flügel aus und fliegen wie Vögel. Wirklich verrückt!

White Island selbst ist ein auch heute noch aktiver Vulkan, dessen letzter Ausbruch im Jahr 2001 war. Ausgestattet mit Helm und Gasmaske sind wir auf die Insel gegangen und hatten eine etwa einstündige Führung. CIMG2843CIMG2845

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Leider habe ich nicht wirklich viel verstanden (deshalb kann ich gar nicht viel dazu schreiben^^), ein beeindruckender Ausflug war es trotzdem.

Achja, es gibt etwas, was mich hier zunehmend nervt und das sind meine Landsleute und unsere Sprache. Sprechen wir Deutschen (und ich grenze mich da ja noch nicht einmal aus) wirklich ziemlich laut und verhalten uns in der Öffentlichkeit „auffällig“ oder kommt mir das nur so vor, weil ich eben die Sprache unter allen anderen am leichtesten wiedererkenne und deshalb darauf achte? Ich weiß es wirklich nicht. Wenn ich Deutsch mittlerweile irgendwo auch nur höre, … Andererseits bin ich auch hier und nichts anderes als Tourist, also darf ich mich ja nicht beschweren.

Wobei, ich fühle mich im Alltag gar nicht mehr als Tourist. Mir fällt das bei Kleinigkeiten auf, wie z.B. dass ich meine Gastfamilie und das Haus wie selbstverständlich „Zuhause“ bzw. „daheim“ nenne. Ich weiß, wo Sushi am besten & billigsten ist und ich habe eine Standardroute in die Stadt. Ich meide den Strand zu Touristenzeiten und meine Träume finden nachts in der Regel in Neuseeland statt. Es ist echt Wahnsinn wie schnell sowas geht.

Liebe Grüße 🙂
Muriel

Hahei – oder: „Einer der schönsten Orte der Welt“

Hallo zusammen 🙂

Vorletztes Wochenende bin ich ziemlich spontan und planlos nach Coromandel gefahren. Zuvor hatte ich sonntags einen Flyer in unserem Hostel hier am Mount aushängen lassen, dass ich, 18, AuPair aus Deutschland, usw., jemanden zum Reisen an den Wochenenden suche, ums mal kurz zusammenzufassen. Ich hätte nicht wirklich gedacht, dass sich jemand meldet, da die Backpacker oft länger als ein Wochenende reisen wollen und ich durch meine AuPair-Arbeit und die Schule nicht wirklich flexibel bin. Aber: zu meiner Überraschung hat sich dienstags abends ein Mädchen gemeldet, die über eine Freundin von meinem Aushang erfahren hat und am Wochenende nach Coromandel fahren wollte. Wir haben uns dann für Donnerstag (Waitangi-Day) am Strand verabredet, um uns kennen zu lernen und den Trip zu planen.

Ich bin also donnerstags an den Strand, hab gewartet und gewartet und gewartet, aber keine Sophia weit und breit. Ich dachte mir schon das wäre zu schön gewesen, wenn das auf Anhieb geklappt hätte. Um die Sache abzukürzen: letztendlich haben wir dann abends per SMS unseren Aufenthalt in Coromandel besprochen, Sophia hatte alles schon gebucht und ich habe zwischen Hausaufgaben und Duschen meinen Bus hin und zurück einer Person hinterhergebucht , von der ich gerade mal den Vornamen kannte. Für meine Verhältnisse ganz schön abenteuerlich…

Freitags habe ich mich dann abends wieder mit NakedBus auf den Weg nach Hahei gemacht. Ich musste ein Mal umsteigen und bin 4 Stunden insgesamt unterwegs gewesen. Zwischendrin habe ich mir ab und zu Gedanken gemacht, was denn ist, wenn das jetzt alles nur ein Gag von irgendjemandem ist und ich gerade alleine irgendwo ins Nirgenwo fahre. Tja, das hätte ich mir mal besser vorher überlegen sollen 😀
Als ich an unserem Campingplatz angekommen bin, hat es in Strömen geregnet aber tadaa, Sophia hat schon auf mich gewartet. Noch einmal zur neuseeländischen Freundlichkeit: der Busfahrer hat uns nicht an der Bushaltestelle in Hahei rausgelassen, sondern wegen des Wetters jeden einzeln praktisch vor der Haustür abgesetzt!

Sophia und ich hatten Glück, dass wir so kurzfristig überhaupt noch 2 Betten im Backpacker Bereich des Campingplatzes bekommen haben und bei dem Wetter nicht zelten mussten. Dort haben wir noch 2 Schwedinnen getroffen, die in einem Wohnwagen geschlafen haben und einen Jungen aus Hamburg. Es war also für Hostelverhältnisse ziemlich wenig los.

Samstags morgens haben wir uns auf den Weg zur Cathedral Cove gemacht.

Sophia & ich

Sophia & ich

Der Weg führt entlang am Meer durch Wald, über einen kleinen Hügel, über Felsen, alles mögliche. Der Ausblick ist gigantisch.

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Cathedral Cove selbst ist wirklich wirklich schön und wir haben den Tag dort am Strand und im Meer verbracht.

Cathedral Cove - auf der anderen Seite war's zum Glück bisschen weniger voll^^

Cathedral Cove – auf der anderen Seite war’s zum Glück bisschen weniger voll^^

Baby-Wasserfall ;)

Baby-Wasserfall 😉

Das Wetter hatte über Nacht im Übrigen eine 180° Drehung hingelegt und war wirklich überragend.

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Auf dem Rückweg haben wir übrigens eine Hochzeit am Strand gesehen bzw. das anschließende Fotoshooting.

Hochzeit Mitten am Strand :D

Hochzeit Mitten am Strand 😀

Es hat sich doch tatsächlich ein Paar samstags nachmittags am Campingplatzstrand getraut und zwar keine 2 Meter entfernt vom nächsten Handtuch und in mitten sonnenverbrannter Touristen und Kinderlärm. Das muss romantisch gewesen sein!

Sonntags sind wir morgends früh zum Hot Water Beach gefahren. Das war einer der wenigen Dinge, über die ich in Deutschland schon etwas gelesen hatte und daher wollte ich dort unbedingt hin. Gräbt man dort nämlich ein Loch in den Sand, füllt sich dieses mit Wasser. Und zwar mit heißem Wasser! Am Hot Water Beach fließt etwa einen halben Meter under der Erde ein heißer Strom Meer, den man bei Ebbe angraben kann. Wir waren ziemlich früh da und hatten daher genug Zeit und Platz uns unser Loch zu graben. Das witzige ist, dass der Strand mehrere hundert Meter lang ist, der Strom allerdings nur auf einem etwa 20m langen Abschnitt fließt. Es tümmeln sich folglich dutzende Menschen auf engstem Raum, wohingegen keine 10m weiter gähnende Leere herrscht! Sehr cool!

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Unser „Pool“ noch ziemlich früh morgends

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Das letzte Bild…

Also ich kann wirklich sagen, dass Hahei auf jeden Fall das Schönste war, was ich bisher in Neuseeland gesehen habe. Schade, dass ich so wenig Reisezeit habe, sonst wüde ich auf jeden Fall noch einmal nach Coromandel fahren und evtl. die Westküste sehen.

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Gerade sitze ich in der Bücherei und plane ein bisschen meinen Trip auf die Südinsel. Ich merke so langsam, dass ich Prioritäten setzen muss :/ Wie auch immer, schön ist es hier ja überall 😉

– Muriel

1. Monat in Neuseeland

Soo, ich bin jetzt fast auf den Tag genau einen Monat hier und mir gefällt es immer noch richtig richtig gut. Es ist ein komisches Gefühl, diesen Eintrag jetzt schon unter die Kategorie „Februar“ zu verbuchen. Ich hatte doch gerade erst „Januar“ eröffnet…

Also, um nochmal zusammezufassen: ich habe wirklich super Kinder!

Lily & ich

Lily & ich

Kein Streit untereinander, hören auf mich, sind brav und wollen sooo viel wissen. Neulich haben wir Tiere auf deutsch geübt, mit der Konsequenz, dass das Wort des Monats hier Schmetterling („Smeeetterliiin“) lautete. Die Kinder lieben es und jeder Besucher wird damit begrüßt. Ob er will oder nicht 😉 „Deutschland“ ist im Allgemeinen interessant für die Mädchen. Neulich hat mich die Große gefragt ob ich, wenn ich gehe, nicht lieber nach Hause schwimmen will anstatt zu fliegen. Sei doch schöner. Dass ich 30 Stunden im Flugzeug gesessen bin bis ich hier war, hat sie mir nicht geglaubt. Oder dass ich auf der Nordhalbkugel wohne und es dort gerade Winter ist. Oder wir andere Steckdosen haben. Oder ich nicht mal schnell für ne Stunde an den Strand kann. „How come?“ (=warum?) ist dann ihre häufigste Frage.

Was mir immer öfter auffällt, ist die Tatsache, dass man seinen Akzent einfach nicht verstecken kann. Egal ob im Post Office, der Schule, am Wochenende, überall. Die Leute wissen, dass ich Deutsch bin, sobald ich einen halben Satz gesagt habe. Mein „Gastonkel“ fand’s neulich tierisch witzig wie ich „Rotorua“ ausspreche. Meine Lily kam dann sofort und hat mich verteidigt „Muriel is still learning!“ Sie fängt jetzt auch an mich zu verbessern, wenn ich Fehler mache. Ich mag das!

Ich verstehe immer noch nur maximal 70%, wenn sich die Eltern oder Kiwis untereinander unterhalten. Ich habe zwar das Gefühl, dass es langsam besser wird, aber mehr schlecht als recht. Ich bin gespannt wie das in ein paar Wochen aussieht.
Genau so auch mit der Ironie. Sag niemals was auf Englisch zu mir und meine es ironisch. Ich glaub alles…meine Hostfamily (und vor allem mein Hostdad) machen sich mittlerweile schon n Spaß daraus 😀 Ich bin teilweise froh, wenn ich überhaupt verstehe, was sie sagen. Das dann auch noch auf Plausibilität zu überprüfen, überfordert mich…

Noch ne Kleinigkeit: das Wasser hier aus der Leitung ist viiiiel heißer als in Deutschland, aber in jedem Haus! Ich hab mir schon paar Mal (egal ob in der Spüle, Waschbecken oder Dusche) fast die Finger verbrannt, weil ich das immer wieder vergesse. Wollte ich nur mal am Rande erwähnt haben 😀

Ansonsten gibt’s vom letzten Wochenende kaum Aufregendes zu berichten. Es war das erste, das ich zuhause verbracht habe. Am Freitag Abend war Sarah hier und wir sind auf einen „Food Market“ am Mount gegangen.

Food-Market mit Live Musik!

Food-Market mit Live Musik!

Im Park waren verschiedene kleine Essens-Stände aufgebaut. Pommes, Sushi, Burger, Nudeln, Fish&Chips, Crêpes, Reis usw. Wirklich alles mögliche. Unter anderem auch einen Stand mit Brot. Brot mit Kruste und dunklem Mehl. Da fühlt man sich doch gleich wie zuhause. Wir haben das Brot probiert und dem Mann am Stand gesagt, dass es wie bei uns in Deutschland schmeckt. In typisch deutscher „Zurückhaltung“ (Achtung, Ironie!) meinte daraufhin sofort das Rentnerehepaar neben uns „Aaaaah, juu a frrrom Tschöamänii tuuu? Mir sends nämlich au!“ Kulinarisch gesehen ist die ganze Welt auf dem Markt vertreten, aber Deutschland (Schwaben!) sammelt sich am Brotstand. So gehört sich das 😀 !

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Mein Zuhause bei Nacht 🙂

Danach sind Sarah und ich noch den Mount hochgelaufen und ich habe mit Erleichterung festgestellt, dass das wirklich am Jetlag gelegen haben muss, dass ich letztes Mal hochgekrochen bin wie ne 80-jährige.CIMG2757 Ist ja auch klar, wer geht schon nach 30 Stunden Flug umgerechnet nachts um 2 Uhr wandern. Es war dunkel bis wir oben waren und total schön die ganzen Lichter in Tauranga, Mt. Maunganui und dem Hafen zu sehen. Es ist schon n Stück bis man mal oben ist aber es lohnt sich alle Mal. Ich will auf jeden Fall noch vor Sonnenaufgang hoch. Das muss auch Hammer sein. Zum Glück hatte Sarah zufällig eine Taschenlampe dabei, ich habe keine Ahnung wie wir ohne die (nur mit Handy-Display-Licht?! 😀 ) runtergekommen wären. Leider sind die Bilder jetzt seeeehr sehr schlecht, aber immerhin besser als nichts 😉

Am Samstag Morgen hatte ich dann meine erste Surfstunde. Mir hat’s wirklich Spaß gemacht, auch wenn ich mehr Zeit unter als über Wasser verbracht und bestimmt 2 Liter Meerwasser geschluckt habe. Immerhin bin ich ein paar Mal gestanden. Ein Mal sogar für sage und schreibe 4 Sekunden. Das war’s dann leider auch schon. Also die geborene Surferin bin ich definitiv nicht 😀 Trotzdem hat’s Spaß gemacht und das ist ja die Hauptsache. Es ist bekanntlich auch noch kein Meister vom Himmel gefallen, also heißt es: „practise, practise, practise!“
Danach bin ich mit Sarah und Toni noch zum „Bayfair“ gegangen, das ist die Mall am Mount. Leider ziemlich amerikanisch. Wir waren bisschen shoppen und bei den momentanen Sale-Angeboten (2 Paar Flip-Flops für umgerechnet 6€) kann man echt sein Geld in jedem Laden liegen lassen. Ich bin auch auf der Suche nach nem Strandkleid. Weil ich aber schon in Deutschland nicht die Kleidträgerin bin, ist das ziemlich schwierig. So wie ich mich kenne ist der Sommer vorbei bevor ich zu meinem Kleid komme.

Toni, ich & Sarah

München, St.Leon & Berlin

Lustig war’s trotzdem 😉

Am Sonntag war ich eigentlich ziemlich faul. Immerhin konnte ich das erste Mal ausschlafen, bin dann noch bisschen in die Stadt, an den Strand UUUUND habe meinen Maximiser gemacht. Lob an mich selbst 😉 Die Schule ist nach wie vor super. Bis auf das, dass ich das Pensum wirklich sehr anstrengend finde, macht es richtig Spaß und ich werde die Zeit wirklich vermissen, wenn der Kurs vorbei ist.

CAE - Chaos ;)

CAE – Chaos 😉

So, das war’s dann erstmal wieder 😉 Dieses Wochenende ist noch ziemlich ungeplant. Am Donnerstag ist Waitangi-Day, das ist sozusagen der Nationalfeiertag der Neuseeländer. Mal schauen, was wir da machen. Achja, ich habe übrigens jetzt die Water-Biskuiting Bilder und ein Bild meiner „Lauf-Strecke“ in die jeweilige Rubrik eingefügt. Enjoy 🙂

Liebe Grüße aus Neuseeland 🙂
Muriel